Der belgische Motor in einer französischen Maschine: Das Peugeot-BP-Dunlop-Wunder (1956-1960)

09 January 2026 Von Retro Cycling Geschichte

In der ereignisreichen Geschichte des Peugeot-Radteams ist die Zeit zwischen 1956 und 1960 vielleicht die faszinierendste. Es ist eine Geschichte von Versuch und Irrtum und eine wichtige Lektion in sportlicher Logik: Französisches Flair ist großartig, aber ohne belgischen Kampfgeist kann man das Kopfsteinpflaster nicht bezwingen.

1956: Ein zögerlicher Anfang

1956 war das Peugeot-BP-Dunlop-Team noch ein bescheidenes Unterfangen. Mit nur einer Handvoll französischer Fahrer unter Vertrag blieben große Siege aus. Der Teamleitung war klar, dass sich etwas ändern musste, um mit der Weltelite mithalten zu können. Die Lösung lag direkt hinter der Grenze, im Land der Kirmesrennen und regnerischen Kopfsteinpflasterpassagen.

1957: Das Jahr der belgischen Invasion

1957 schlug Peugeot einen neuen Kurs ein. Sie holten sich eine ganze Reihe belgischer Spitzenfahrer ins Boot, die wirklich beeindruckend waren: Rik Van Steenbergen, Raymond Impanis, Joseph Planckaert und Pino Cerami. Die Wirkung war unmittelbar und überwältigend.

Van Steenbergen gewann in jenem Jahr fast alles, was es zu gewinnen gab, wobei der Weltmeistertitel in Reims und fünf Etappensiege beim Giro d’Italia die Krönung darstellten. Plötzlich war Peugeot das Team, vor dem sich alle fürchteten. Das französische Trikot mit dem Löwen wurde zum Symbol belgischer Dominanz.

1958: Das Jahr der Wahrheit (und der bretonischen Hoffnung)

1958 unternahm die Teamleitung einen neuen Versuch mit einer rein französischen Mannschaft. Es war ein schwieriges Jahr für den Sport, Siege waren rar, aber es war auch das Jahr, in dem ein junger Franzose seinen Durchbruch feierte: Camille Le Menn .

Le Menn, ein waschechter Bretone aus Brest, bewies, dass es in den eigenen Reihen durchaus französisches Talent gab. Während das Team noch nach seiner Form suchte, fuhr der junge Le Menn einen sensationellen Etappensieg bei der Critérium du Dauphiné Libéré ein . Er war der „bretonische Motor“ des Teams; ein zäher Kämpfer, der weder bei Anstiegen noch bei stärkerem Wind aufgab. Obwohl 1958 für das Team enttäuschend verlief, etablierte sich Le Menn als die loyale französische Stütze, auf die Peugeot in den kommenden Jahren zählen konnte.

1959–1960: Die perfekte Mischung

1959 wurde die „belgische Welle“ mit der Ankunft von Fred De Bruyne und Frans Schoubben wiederbelebt . Die Ergebnisse waren sofort wieder beeindruckend: Siege bei Lüttich–Bastogne–Lüttich und Paris–Brüssel.

1960 passte alles perfekt zusammen. Während der inzwischen 38-jährige Pino Cerami die Welt mit seinen Siegen bei Paris-Roubaix und der Flèche Wallonne verblüffte, verteidigte Camille Le Menn mit einem Sieg bei der Tour du Sud-Est weiterhin die französischen Erfolge. Die Kombination aus den explosiven belgischen Klassikerfahrern und den unermüdlichen französischen Etappenfahrern wie Le Menn erwies sich als Erfolgsrezept.

Ein Hemd mit einer Geschichte

Das Tragen dieses Retro-Trikots von Peugeot-BP-Dunlop würdigt sowohl die unbändige Kraft der Flandern als auch die bretonische Beharrlichkeit von Camille Le Menn. Es ist ein Trikot, das grenzüberschreitende Zusammenarbeit und pure Leidenschaft für den Radsport symbolisiert.

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