HINAULT, DER 'EISZÄHE' FAHRER

27 May 2020 Von Wijtze De Groot Geschichte

Bei -7 und sibirischem Wind mit dem Fahrrad zur Arbeit. Für viele von uns steht das gleiche Schicksal bevor. Aber zum Glück kompensieren wir das, indem wir uns warm anziehen. Stellen Sie sich vor, Sie fahren jetzt ein Fahrradrennen... Daran sollten wir nicht denken! Oder etwa nicht? Vor 38 Jahren dachte man noch anders. Darunter auch der Radrennfahrer Bernard Hinault.

LA DOYENNE

20. April 1980; es ist kalt, sehr kalt... 174 Fahrer stehen am Start von ,,La Doyenne‘‘ (besser bekannt als Lüttich-Bastogne-Lüttich) bereit, und einer von ihnen ist Hinault. Er hat schlechte Laune und möchte eigentlich nur zu Hause vor dem Kamin sitzen. Und er ist nicht der Einzige, der so denkt. Was er und 21 andere Fahrer aber noch nicht wissen, ist, dass sie die einzigen Finisher des Rennens sein werden.

Die 67. Ausgabe von ,,La Doyenne‘‘ ist als eine der denkwürdigsten, heldenhaftesten und vor allem kältesten Ausgaben aller Zeiten in die Geschichte eingegangen. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung.

DER EINZELGÄNGER

Am Anfang des Rennens begann es zu regnen, was sich aber bald in einen richtigen Schneesturm entwickelte. Nach etwa zwölf Kilometern gaben die ersten Fahrer bereits auf. Und das ist nur ein kleiner Prozentsatz der Gesamtmenge für diese Stufe. Hinault war auch kalt, man könnte sagen eiskalt. Zum Aufwärmen beschleunigte er am Anstieg bei Stockeu. Er hob sich von seinen Teamkollegen ab und der Rückstand von zwei Minuten auf Pevenage war schnell aufgeholt.

Ehe er sich versah, hatte er Pevenage überholt. Er war allein vorne. Seine Hände waren am Lenker festgefroren, er spürte die Kälte nicht und seine Knie rasten. Es schien, als ob sein Körper einen eigenen Willen bekommen hätte. Doch trotz der strömenden Schneeflocken und schlechten Sehverhältnisse konnte er eines nur zu gut sehen: die Ziellinie.

Hinault allein an der Spitze von Liège-Bastogne-Liège

Ob sich diese Fahrt gelohnt hat, ist fraglich. Natürlich machte ihn dieses Ergebnis zur ultimativen Legende und er kam 10 Minuten vor Hennie Kuiper ins Ziel, der den zweiten Platz belegte. Aber erst nach 3 Wochen konnte er seine erfrorenen Finger wieder benutzen, und bis heute sind zwei seiner Finger immer noch taub. Auch seine Knie haben einen dauerhaften Schaden erlitten.

IM SCHATTEN VON MERCKX

Die bleibenden Schäden, die er erlitten hatte, waren nicht das Schlimmste. Hinault wollte der größte Radfahrer aller Zeiten werden. Trotz all seiner Siege stand er nur im Schatten von Eddy Merckx. Die Tour von '86 war der Moment, um aus diesem Schatten herauszutreten. Beide Fahrer hatten bereits fünf Tour-Siege auf dem Konto, und für Hinault war dies die Chance, als erster Fahrer überhaupt sechs Gesamtsiege zu erringen. ,,Ich hätte den Belgier schlagen können", sagte Hinault. Leider verlor er diesen Kampf gegen Merckx. Aber woran hat es gelegen?

Zurück zum 20. April 1980. Die starke Beschleunigung zusammen mit der eisigen Kälte hatte seine Knie zu sehr belastet. Seine Willenskraft brachte ihn zum Sieg, wurde ihm jedoch zum Verhängnis aufgrund der bleibenden Schäden.

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