SEÁN 'KING' KELLY

27 May 2020 Von Wijtze De Groot Geschichte

Jetzt, wo das erste der fünf Radsportmonumente - Mailand-San-Remo - hinter uns liegt, das nächste schon vor der Tür steht (Flandern-Rundfahrt) und die Radsportsaison somit wirklich offiziell begonnen hat, sollten wir über den König der Klassiker sprechen: 'Seán Kelly'.

JUGEND

Der junge Seán James Kelly, geboren am 24. Mai 1956 in der Stadt Waterford, wuchs in einer Bauernfamilie auf. Er fuhr jeden Tag mit seinem Bruder Joe zur Schule in der Grafschaft Waterford. Nachdem sein Vater mit einem Magengeschwür ins Krankenhaus eingeliefert wurde, brach Kelly die Schule ab, um auf der Farm zu helfen. Mit 16 Jahren begann er als Maurer zu arbeiten, um sich etwas dazuzuverdienen.

Als sein Bruder Joe 1969 anfing, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren, beschloss Sean, das Gleiche zu tun. Joe nahm auch an einer Reihe von lokal organisierten Rennen teil und gewann auch einige. Das inspirierte Kelly ungemein und er beschloss, ebenfalls mitzumachen.

DEBÜT SÉAN KELLY

Das erste Rennen von Seán Kelly fand am 4. August 1970 statt. Ein 13-km-Rennen mit einem ,,Handicap". Dies bedeutete, dass die unerfahrenen Fahrer (einschließlich Kelly) früher starten konnten. Sie wussten nicht, dass sie es mit dem größten Talent des Landes zu tun hatten. Zur Halbzeit hatte Kelly bereits einen Vorsprung von 3 Minuten aufgebaut. Als er die Linie überquerte, betrug der Unterschied mehr als 3 Minuten. Danach war Kelly nicht mehr zu stoppen.

Mit 16 Jahren gewann er die Juniorenmeisterschaft in Banbridge. 1973 gewann er erneut und machte mit 18 Jahren eine Lizenz, um bei Seniorenrennen zu starten. Im selben Jahr gewann er das Shay Elliot Memorial Rennen, 1975 erneut und er gewann auch einige Etappen der Tour of Ireland. Für die Radsportfans wurde klar, dass Irland ein echtes Talent hat.

EIN BISSCHEN ZU FANATISCH

1976 reiste Kelly zusammen mit Pat und Kieron Mcquaid nach Südafrika, um einige Etappen vor den Olympischen Spielen in Kanada im selben Jahr zu fahren. Sie fuhren in Afrika, wegen des Verbots für internationale Athleten, nicht unter ihren richtigen Namen. Dieses Verbot wurde als Protest gegen die Apartheid (1948-1990) eingeführt. Leider traf das Schlimmste ein; die Fahrer wurden erwischt (vielleicht wegen ihres irischen Akzents) und das führte dazu, dass die drei für sechs Monate suspendiert und lebenslang von den Olympischen Spielen ausgeschlossen wurden.

DER BEGINN VON KELLYS HERRSCHAFT

Nachdem Kelly also nicht an den Olympischen Spielen 1976 in Kanada teilnehmen konnte, entschied er sich, im selben Jahr an der Tour of Britain teilzunehmen. Nicht viel später ging Kelly nach Metz in Frankreich, um für den Club von Johnny Morris zu fahren. Neben seinem Wochenlohn von 25 Pfund erhielt er vier Franken für jedes gewonnene Rennen. Er gewann 18 der 25 Rennen und die Lombardei-Rundfahrt. Sein zukünftiger Regisseur Jean de Gribaldy bemerkte dies und beschloss, nach Kelly zu suchen, der nach Irland gegangen war.

Nach langer Suche im irischen Dorf Carrick-on-Suir fand Gribaldy ihn auf der Farm der Kellys und bot ihm einen Vertrag an. Vom kalten Irland ging er ins kalte Frankreich, wo er sich 1977 mit dem Sieg seines ersten Rennens als Profi offiziell einen Namen machte.

KÖNIG DER KLASSIKER

Kelly hat sich einen guten Ruf erarbeitet, wenn es um die Klassiker geht, da er zehn davon gewann: dreimal die Lombardei-Rundfahrt, je zweimal Mailand-San-Remo und Paris-Roubaix sowie Lüttich-Bastogne-Lüttich und einmal die Paris-Tours. Die Lombardei-Rundfahrt gehörte zu seinen Favoriten, weil sie seiner Meinung nach, die meiste Taktik erforderte.

Auf der Etappe Paris-Nizza, auch bekannt als ,,Rennen zur Sonne", dominierte der berüchtigte Sprinter nach Belieben. Er gewann dieses Rennen mehr als siebenmal, was nicht verwunderlich ist, wenn man weiß, dass dieses Rennen viele Sprints, wenig hohe Berge und, wie der Name bereits erschließen lässt wenig Regen vorkommt. Bei keinem anderem Rennen, fühlte sich der König von Irland wie zu Hause als in diesem Rennen.

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