El Cojo de Bilbao (Der Krüppel von Bilbao)
Vicente Blanco war kein gewöhnlicher Sportler. Er arbeitete in den Stahlwerken des Baskenlandes und verlor durch zwei Unfälle einen Großteil der Funktionsfähigkeit seiner Füße. Das Gehen fiel ihm schwer, doch er stellte fest, dass ihn seine Behinderung auf dem Fahrrad kaum beeinträchtigte. Er war gut, sehr gut sogar; Vicente gewann 1908 und 1909 die allererste spanische Radsportmeisterschaft .

1910 beschloss er, an der Tour de France teilzunehmen. Es gab nur ein Problem: Der spanische Meister hatte weder Geld noch ein Team und keine Transportmöglichkeit zum Startpunkt in Paris.
Die 1000 Kilometer lange „Vor-Tour“
Während die großen Stars mit dem Zug nach Paris reisten, schwang sich Blanco in Bilbao auf sein schweres, gangloses Fahrrad. Unter dem lauten Jubel seiner Stahlarbeiterkollegen fuhr er los.
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Er radelte über 1000 Kilometer von Bilbao nach Paris.
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Er schlief am Straßenrand und aß alles, was er finden konnte.
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Als er schließlich in Paris ankam, war er völlig erschöpft und buchstäblich am Verhungern .
Ein Obdachloser möchte sich registrieren
Als Vincente sich bei den Organisatoren meldete, sahen diese einen Mann, der wie ein Obdachloser aussah. Er war sehr dünn, mit Staub bedeckt und seine Füße waren deformiert. Der Legende nach sagte er bei der Registrierung lediglich:
„Ich bin hier, um zu zeigen, dass die Basken nicht nur gut arbeiten, sondern auch leiden können.“
Das Rennen selbst
Leider führte die Tour de France 1910 erstmals durch die Pyrenäen (mit dem berüchtigten Tourmalet ). Blanco, der bereits vor dem Start der Tour de France eine komplette Tour de France absolviert hatte, startete die erste Etappe.
Er kam Stunden nach dem Sieger an, außerhalb des Zeitlimits. Die Kombination aus seiner Behinderung, dem Hunger auf seiner Reise nach Paris und den brutalen Straßenverhältnissen war zu viel für ihn. Er wurde aus dem Rennen genommen, doch seine Geschichte wurde zur Legende. Allein durch seine Teilnahme nach einer Reise, die beschwerlicher war als das Rennen selbst, hatte er die Herzen der Öffentlichkeit erobert.
Der „Vater“ des spanischen Radsports
Vicente Blanco – El Cojo de Bilbao – ist ein typisches Beispiel für den Radsport jener Zeit. Damals ging es im Radsport nicht um Aerodynamik, Wattzahl, Trainingspläne, Hotels und Luxusbusse. Es ging um puren Überlebensinstinkt. In Spanien wird Vicente noch heute als „Vater“ des spanischen Radsports verehrt. Er gewann die erste spanische Meisterschaft und war der erste spanische Teilnehmer an der Tour de France. Dieser spanische Radsportheld starb 1957 im Alter von 73 Jahren.
