RETRO RADTRIKOT CABALLERO-LAURENS
Im niederländischen Radsport der 60er- und 70er‑Jahre gab es ein Team mit kampfstarken Rennfahrern, das einen unvergesslichen Eindruck hinterließ: Caballero. Gesponsert von der gleichnamigen, beliebten Zigarettenmarke, entwickelte sich diese Formation zu einer festen Größe im Peloton. Der Name "Caballero", Spanisch für Ritter, passte perfekt zu den kämpferischen Fahrern, die für das Team antraten. Dies ist die Geschichte der Caballero‑"Ritter" auf dem Rad.
Die frühen Jahre: Ein Team mit Charakter (1962-1969)
Als das Team 1962 gegründet wurde, war es sofort ein ernstzunehmender Akteur im niederländischen Rennzirkus. Unter der inspirierenden Leitung des Teamchefs Gerard (Gé) Peters formte sich ein Team, das für seine gute Stimmung und Angriffslust bekannt war. Gé war selbst ein überaus erfolgreicher ehemaliger Rennfahrer. In seiner Palmarès stehen unter anderem der Weltmeistertitel in der Verfolgung, die Europameisterschaft im Zweier-Mannschaftsfahren sowie zahlreiche nationale Titel und Sechstagerennen.

In den Jahren vor der großen Tour‑Teilnahme konzentrierte sich Caballero vor allem auf die vielen Kriteriumsrennen und Klassiker in der Benelux‑Region. Die Verträge waren bescheiden; die Fahrer erhielten oft nicht mehr als ein paar Hundert Gulden und ein Bekleidungspaket. Doch die gemütliche, kameradschaftliche Atmosphäre machte vieles wett und zog talentierte Rennfahrer an.
Fahrer wie Leo Duyndam und Harrie Steevens entwickelten sich hier zu absoluten Spitzenfahrern. Vor allem Steevens bescherte dem Team einen der größten Erfolge, als er 1968 die Amstel Gold Race gewann. Das war der Beweis, dass Caballero mit der internationalen Spitze mithalten konnte.
Die Tour de France und das Werbegesetz (1970)
Das Jahr 1970 war ein Meilenstein. Das Team durfte an der 57. Tour de France teilnehmen. Aufgrund der immer strengeren französischen Werbevorschriften für Tabak wurde der Name für den Anlass in Caballero-Laurens geändert. Laurens war eine andere Marke desselben Herstellers — ein geschickter Weg, die Regeln zu umgehen.

Das Team ging mit einer damals üblichen Mannschaftsstärke von zehn Fahrern an den Start. Die Auswahl bestand aus: Henk Benjamins, Leo Duyndam, Huub Harings, Arie den Hartog, Cees Rentmeester, Wim Scheepers, Harrie Steevens, Gerard Vianen, Adrie Wouters und Cees Zoontjens. Obwohl ein Etappensieg ausblieb, zeigte das Team durch offensives Fahren Präsenz in der Weltspitze.
Goudsmit-Hoff (1971-1972)
Auch in den Niederlanden wurde die Werbung für Tabakwaren eingeschränkt. Anfang der 70er-Jahre sorgte das neue Tabakgesetz dafür, dass der Name Caballero nicht länger auf dem Trikot erscheinen durfte. Das Team musste den Namen ändern und trat in den letzten beiden Saisons als Goudsmit-Hoff auf, benannt nach der Tapetenfabrik Goudsmit-Hoff aus Rijen. Das Team stand unter der Leitung des denkwürdigen Teamchefs und Ex-Rennfahrers Kees Pellenaars („de Pel“).
Unter diesem Namen wurden weiterhin schöne Erfolge erzielt. Gerard Vianen gewann 1971 eine Etappe bei der Tour de France und schrieb ein Jahr später Gent–Wevelgem auf sein Konto. Ende 1972 fiel jedoch, nach elf bewegten Jahren, endgültig der Vorhang für eines der denkwürdigsten Teams der niederländischen Radsportgeschichte.
Achtung: europäische Größen! Die Radtrikots von Gruppo Sportivo verwenden die üblichen europäischen Größen. Siehe Größentabelle für die Maße.